Deutschland in der Behandlungsfalle?

Seit die Varroamilbe um 1980 die deutschen Bienenvölker befallen hat, wird in Deutschland die Varroamilbe mit den verschiedensten Methoden und Mitteln bekämpft. Nur so konnten zu Beginn der Invasion hohe Völkerverluste der Imker vermieden werden.
Das hat unter anderem folgende Auswirkungen:

1. Selektion nach virulenteren Milben und Virenstämmen
Die in der Regel zweimalig im Jahr durchgeführte Varroabekämpfung mit organischen Säuren führt zu einer indirekten Selektion auf immer virulentere Varroamilben und den mit ihnen assoziierten Viren (z.B. Deformed Wing Virus). Der Cocktail an Viren, den die Milben auf die Honigbienen übertragen, machen die Milben erst zum größten Bienenproblem weltweit.

2. Hohe Völkerverluste von 12-20% im Winter
Auch wenn die Imker es schaffen, Völkerverluste jedes Jahr wieder auszugleichen, sterben jedes Jahr in Deutschland zwischen 120.000 und 200.000 Bienenvölker überwiegend an der Varrose. Als Varrose bezeichnet man die Krankheit, die aus den negativen Effekten der Varroamilbe und ihrer Viren entsteht.

3. Fortschreitende Domestizierung der Honigbiene
Da es keine wilden Honigbienenpopulationen in Deutschland gibt, haben die Imker 100% der Genetik in ihren Händen. Über Zuchtverbände und die lokalen Bemühungen der Imker durch Zucht und Selektion wird fortwährend eine genetische Veränderung vorgenommen, die in der Summe unumkehrbar ist. 
Niemand in Deutschland setzt sich für die Wiederansiedlung der Honigbienen in deutschen Wäldern ein. In der Roten Liste wird die Honigbiene als “sehr häufig” und als “nicht gefährdet” geführt - wobei offensichtlich die Völker in imkerlicher Intensivbienenhaltung gezählt wurden.
Dieses Projekt liefert die Basis, um eine spätere Wiederansiedlung der Honigbienen zu ermöglichen.