Projektablauf

2024: Testphase, 100 Völker sammeln, Imker- & Bienenhalterkurs

Im Jahr 2024 soll eine Testphase des imkerlichen Verfahrens (vierfache Ablegerbildung aus einem Muttervolk) an ca. fünf Völkern getestet werden. 

Danach sollen diese Ableger über den Sommer gefüttert und gegen Varroa behandelt werden. Im Ergebnis wird es ein imkerliches Bewirtschaftungsprotokoll geben, das später in der Projektphase genutzt wird.

Außerdem sollen in 2024 ca. 100 Bienenvölker aus der Region ca. 30 km um das Siebengebirge bei Königswinter/Bonn von Imkern gespendet und eingesammelt werden.

In 2024 soll darüber hinaus ein erster Imker- und Bienenhalterkurs stattfinden, der Interessenten auf die Mitarbeit in diesem Projekt vorbereitet.

2025: Projektstart mit ca. 100 Völkern

Wir wollen im Jahr 2025 mit ca. 100 Völkern von möglichst vielen verschiedenen Imkern einer Region von ca. 30km um das Siebengebirge starten. Hierdurch erhalten wir eine hohe Variation, und es bleiben lokale/regionale Adaptionen in der Population erhalten.

Ableger bilden und letztmalig behandeln

Im ersten Jahr werden die bis zu 100 Projekt-Bienenvölker wie in allen kommenden Jahren in vier Ableger geteilt. 

Nachdem die Königin angefangen hat, Eier zu legen, aber bevor verdeckelte Brut vorhanden ist, wird letztmalig mit Oxalsäure im Sprühverfahren gegen Varroa behandelt. 

In den Folgejahren werden nur die kräftigen Völker mit ausreichend Drohnen in vier Ableger aufgeteilt. Die übrigen Völker, die keine positive Entwicklung zeigen, wurden vorab schon auf Quarantäne-Bienenständen gegen Varroa behandelt und scheiden aus dem Projekt aus. 

Begattung

Zu Beginn des Sommers eines jeden Jahres wird eine relativ abgelegene Region benötigt, um die jungen Königinnen der Ableger mit den Drohnen der eigenen Population zu begatten. 

Während der Begattungszeit von ca. einem Monat werden die Bienen aller Projekt-Bienenstände (100+ Völker) an einen noch zu definierenden Platz gebracht werden. Derzeit laufen Gespräche mit der Naturschutzbehörde des Rhein-Sieg-Kreises und der Imkerschaft über die Lokalität.

Varroabehandlung

In diesem Projekt werden alle Völker, die aufgrund zu hoher Varroazahlen schwächeln, dem Projekt entzogen und auf Quarantäne-Bienenständen gegen Varroa behandelt.

Alle übrigen Völker, die Projekt-Bienenvölker, werden nicht gegen Varroa behandelt.

Dieses Behandlungsverfahren ist eine Schwellwert orientierte Varroabehandlung.

Füttern der Völker

Füttern von Völkern ist offensichtlich nicht natürlich. Aber selbst unter natürlichen Bedingungen überleben nur 23% einer amerikanischen, auf natürlicher Selektion basierenden Wildpopulation europäischer Honigbienen den ersten Winter. Hauptursache der Völkerverluste bei existierende Varroatoleranz ist das Verhungern im Winter. 

Unter natürlichen Bedingungen in der Wildnis ist das Verhungern der Hauptgrund für die Wintersterblichkeit der Völker. Zum Vergleich überleben  ca. 80-90% der ausreichend gefüttert und gegen Varroa behandelten Bienenvölker den Winter in Deutschland. 

In unserem Programm wollen wir den zusätzlichen Selektionsdruck, der durch Futtermangel hinzukommt, vermeiden und füttern deshalb die jungen Völker mit Zuckerwasser.

Zu einem späteren Zeitpunkt nach der Projektzeit muss auf die Fütterung verzichtet werden, um eine wilde Honigbienenpopulation aufzubauen. Wahrscheinlich sind auch andere Faktoren, wie ausreichend vorhandene Baumhöhlen, für eine Wiederansiedlung wichtig.

Projektlaufzeit 10 Jahre

Die Projektzeit beträgt 10 Jahre. Nach 5-7 Jahren sollte nach Erfahrungen vergleichbarer Vorhaben eine Varroatoleranz erreicht worden sein. Danach werden die varroatoleranten Bienen noch 3-5 Jahre weiter im gleichen Verfahren vermehrt, um genügend Völker an die regionale Imkerschaft abzugeben. 

Die Abgabe der Bienenvölker an Imker wird im Zwiebelschalenverfahren erfolgen. Die am nächsten gelegenen Imkereien erhalten die ersten Völker.<o:p></o:p>